Renée reichenbach

„…Landschaften und Gärten, Kannen und Boote, Tempel und Schreine, sogar Teile einer japanischen Sammlung – Renée Reichenbach erschuf in jahrelanger, kontinuierlicher Arbeit eine ganz einzigartige, nämlich ihre persönliche Welt: Unverwechselbar in Thematik und Formensprache. In ihren Werken vereint die Künstlerin dabei scheinbar mühelos den immer wieder beschworenen Gegensatz zwischen Gefäß und Plastik. Mühelos nur insoweit, als dass sie selbst keinen Widerspruch in diesen Dingen erkennen kann; Gefäß und Plastik sind bei ihr so selbstverständlich auseinander erwachsen, wie wir es von der Keramik alter Kulturen kennen. Nur scheinbar mühelos aber, weil man ihren Werken weder die Langwierigkeit der Arbeit noch die unablässige Selbstüberprüfung, die diesen Prozess begleitet, anmerkt – so selbstverständlich präsentieren sie dem Betrachter ihre Schönheit…“ Kristina Bake M.A., 2008

 

Renée Reichenbach lebt und arbeitet seit mehr als vierzig Jahren in Halle. Bei ihr macht der Ton die Musik, oder besser: Er ist der Stoff aus dem ihre Werke sind. Für Renée Reichenbach ist das keramische Material nicht einfach nur Mittel zum Zweck. Sie ringt mit der Historizität dieses Werkstoffs zwischen heiliger Substanz und wertlosem Material. In handgreiflicher Beziehung zu ihm nutzt sie dessen Sinnlichkeit und Schönheit zielsicher für ihr künstlerisches Programm. Renée Reichenbachs Arbeiten sind das Ergebnis einer aus langjähriger Erfahrung gewonnen Sicherheit beim Umgang mit den keramischen Materialien und der alles beflügelnden Lust an Improvisationen. Disziplinierte Form, lebendige Oberflächen und die erdigen Farben eingefärbter Ton- und Porzellanerde verleihen den Stücken ihren unverwechselbaren Charakter. Renate Luckner-Bien

 

Biografie

1956 geb. in Jena

1975 – 1982 Studium und Aspirantur an der Hochschule für Industrielle Formgestaltung Burg Giebichenstein Halle im Fachbereich Keramik bei Gertraud Möhwald und Martin Wetzel

Seit 1982 freiberuflich in Halle Seit 1990 Symposien in Deutschland, der Tschech. Republik und Mazedonien

1997 Gastprofessur an der FH Koblenz, Institut für Künstlerische Keramik Höhr-Grenzhausen

Seit 1998 Workshops u.a.: Fachschule für Keramik, Höhr Grenzhausen; Staatl. Fachschule für Keramikgestaltung, Landshut; Pontevedra (E)

1999 Aufnahme in die Académie de la Céramique, Genf 2001, 2006 Organisation und Leitung des 2. und 4. Internationalen Keramiksymposiums im Künstlerhaus 188 in Halle

2006 Aufnahme in die Gruppe 83

2008 Artist in Residence, Seto International Ceramic&Glass Art Exchange Program, JP

2009 Les Printemps des Potiers in Bandol, Forum public, FR 2011/12 Lehrauftrag an der Hochschule für Kunst und Design, Halle, Plastik/Keramik

Stipendien und preise

1990 Arbeitsstipendium des Kulturfonds der DDR 1992/2008 Arbeitsstipendium des Landes Sachsen-Anhalt 1997 Bitterfelder Kunstpreis, Land Sachsen- Anhalt 2003  Stipendium der Peter Siemssen Stiftung zur Förderung der Keramischen Kunst 2010 Hallescher Kunstpreis

Ausstellungen

Kunst im Bezirk Halle, 30.09.1984-13.11.1984 (Ausstellungshallen auf der Peißnitz, Halle)

Renée Reichenbach : Keramik, 15.12.1992-17.01.1993 (Galerie Marktschlößchen, Halle (Saale))

„Bewegung“, Europäische Keramik ’96, 1996 (Stiftung KERAMION, Frechen)

The Art of Teapots, 2002 (Taipei County Yinko Ceramics Museum, Taipei)

Der Felsengarten ein Skulpturenpark, 05.06.2005-11.09.2005 (Kunstverein „Talstrasse“ e.V., Halle (Saale))

Figur und Figürliches, 12.06.2005-24.07.2005 (Stadtmuseum Halle, Christian-Wolff-Haus, Halle (Saale))

Renée Reichenbach Keramik, 04.05.2008-25.05.2008 (Kloster Bentlage Rheine, Rheine)

Stillleben 1990 – 2010 in Sachsen-Anhalt, 27.06.2010-25.07.2010 (Kunstforum Halle, Halle (Saale))

Gefäß / Skulptur 2, 01.11.2013-23.03.2014 (GRASSI Museum für Angewandte Kunst Leipzig, Leipzig)

3 + 1 – Aufschlag Halle, 10.04.2016-08.05.2016 (Kunstverein Bretten e.V., Bretten)

Arbeiten in Sammlungen

Bechyné, (CZ), Alsovájihocesca Galeria / Berlin, Staatliche Kunstsammlungen, Kunstgewerbemuseum / Coburg, Sammlungen der Veste / Deidesheim, Stiftung Lotte Reimers / Frechen, Keramion / Halle/Saale, Staatliche Galerie Moritzburg / Hamburg, Museum für Kunst und Gewerbe / Höhr-Grenzhausen, Westerwaldmuseum / Karlsruhe, Badisches Landesmuseum / Land Sachsen-Anhalt, Kultusministerium / Landshut, Staatl. Fachschule für Keramikgestaltung  / Magdeburg, Kloster Unser Lieben Frauen / Museen der Stadt Landshut, Sammlung Rudolf Strasser /Philadelphia, (USA), Sammlung Helen Drutt  / Resen, Republic of Macedonia, Ceramics Colony / Römhild, Schloss Glücksburg / Seto-City, (JP), Seto City Art Museum / Stuttgart, Württembergisches Landesmuseum / Musée Ariana, Genf (CH)